
Wie kann etwas Musik reproduzieren durch das man
hindurchschauen kann?
Elektrostatische Anziehungskraft macht es möglich.
Traditionelle Lautsprecher arbeiten mit Konuslautsprechern, Kalottenlautsprechern
oder Bändchenlautsprechern die allesamt durch Magneten angetrieben werden.
Elektrostatische Lautsprecher dagegen werden durch elektrostatische Anziehung
und Abstoßung bewegt.
Ein elektrostatischer Wandler setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen. Dem
Stator, der Membran und den Abstandhaltern. Die Membran oder besser gesagt
Folie schwingt und bewegt die Luft um Musik zu erzeugen. Die Statoren vor und
hinter
der Membran stehen fest und erzeugen die Kraftfelder um die Folie zu bewegen.
Die Abstandhalter fixieren die Folie zwischen den Statoren und verhindern eine
Berührung beider. Sendet Ihr Verstärker ein Musiksignal an den Elektrostaten,
wird dieses mittels Übertrager in zwei Hochvolt-Signale gewandelt die in
ihrer Stärke gleich sind und nur gegenseitige Polarität besitzen. Diese
Hochvolt-Signale werden an die beiden Statoren angelegt. Die beiden Polaritäten
wirken simultan, mit und gegen die an der Folie konstant anliegende Ladung und
bewegen dadurch die Membran vor und zurück. Diese Technik nennt sich push-pull
(Ziehen-Drücken) und ist der vorrangige Grund für die besten Eigenschaften
des elektrostatischen Prinzip: extreme Klarheit und niedrigste Verzerrungen.
Da die Membran des Elektrostaten ihre Kraft auf der ganzen Fläche erfährt,
kann die Membranfolie sehr leicht und flexibel sein. Folglich kann sie dem Einschwingvorgang
für ein originales Musiksignal perfekt folgen.

Betrachtet man herkömmliche Lautsprechersysteme
mit elektromagnetischen Treibern wird dieser Vorteil noch offensichtlicher.
Konusse und Kalotten werden vorwiegend in elektromagnetischen Wandlern
verwendet und können auf Grund ihrer Konstruktion nicht einheitlich über
die ganze Fläche angetrieben werden. Konusse erfahren an ihrem Öffnungswinkel,
Kalotten an ihrem Umfang die Kraftübertragung. Die restliche
Fläche beider Prinzipien sind "unkontrolliert" und
sich selbst überlassen. Idealerweise müßten die Membranen
der Konen oder Kalotten absolut steif, bedämpft und masselos
sein. Diese Bedingungen gelten in der Praxis keineswegs.
Um die Membranen zu bewegen müssen alle elektromagnetischen Wandler zur
Funktion Schwingspulen, Zentrierungen, Sicken und Korpusse benutzen. Diese Bauteile
in Kombination mit der relativ hohen Masse der Membranen ergeben eine extrem
komplexe Einheit, mit einigen Schwächen und einem hohen Potential für
Fehler, vor allem wenn man bedenkt wie schnell Bewegungen von einem Lautsprecher
umgesetzt werden müssen. (bis zu 20.000 mal in der Sekunde).

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